Aufbruch
in den Norden
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| 15.Mai
2002
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Punkt
17:00Uhr hieß es Abschied nehmen von Berlin und auf in ein neues Land. Der
Tag auf den wir lange Zeit hingearbeitet hatten, ist nun tatsächlich gekommen.
Unser Golfi ist bis auf den letzten Zentimeter beladen und kurz vorm
aufsetzen. Doch er rollt Richtung Norden. Wir müssen bis nach Hanstholm im
Norden Dänemarks, wo die Fähre nach Island auf uns wartet. Wir hatten ein
paar Tage Zeit, konnten somit noch ein, zwei Erholungstage in Dänemark
einlegen, die uns nach der ganzen Aufregung der letzten Tage gut taten. Am 19.Mai
ging es dann an Bord der Smyrill Line. Knapp 5 Tage brauchte die Fähre, mit
Aufenthalt auf den Färöer Inseln, bis nach Island.
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| 23.Mai
2002
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Es
ist passiert! Wir haben isländischen Boden betreten. Ankunft im Osten
Islands, in Seyðisfjörður bei dichtem Nebel. Die Berge und Pässe waren
noch von Schnee umgeben. Ein recht kühler Empfang somit.
Aber dies sollte sich bald bessern. Da unser Golfi wirklich arg zu kämpfen hatte und ein
weiter, beschwerlicher Weg bis Reykjavik vor uns lag beschlossen wir, ein Teil
des Gepäcks auf einem Bauernhof hier in der Nähe zwischen zu lagern. So ging
es nach Húsey, ca. 60 km von Egilsstaðir entfernt. Es ist auch eine
Jugendherberge. Örn, der Besitzer nahm fast die Hälfte unserer Ladung in
seinem Keller auf. Wir sollen einfach irgendwann kommen und es abholen. Also
kein Zeitdruck. Wir blieben noch 2 Nächte in Húsey und machten mit Örn einen
Reitausflug, was riesig Spaß gemacht hat. Wir setzten unsere Fahrt dann über
den Norden Islands fort. Da wir nun etwas leichter die Straßen entlang kamen,
nutzten wir die Reise nach Reykjavik, um auch zahlreiche Stops
einzulegen. Wo es uns gefiel wurde gezeltet. Wir ließen uns ca.
2 Wochen Zeit und entdeckten dabei wirklich schöne Plätze, die wir uns für
weitere Ausflüge vormerkten. So langsam nähern wir uns Reykjavík.
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| 04.
Juni 2002
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Nach
2955 km Fahrt von Berlin ist nun die Hauptstadt Islands erreicht, Reykjavik !
Da wir einfach losfuhren und somit weder Arbeit noch Wohnung hatten, richteten wir uns erstmal
für die nächsten Wochen auf dem Zeltplatz
häuslich ein. Wir
sollten aber reichlich Glück mit dem Wetter haben. Es war ein Monat mit viel
Sonne, wenig Regen und sehr warmen Temperaturen. Somit
wurde unser Aufenthalt ganz erträglich. Denn immerhin lebten wir die ganzen
Wochen nur aus dem Auto. Und das, wo der halbe Haushalt im Golfi steckte. Nun
hieß es Wohnung und Arbeit suchen und ein paar Behördengänge erledigen. Bei
allen möglichen Ämtern anmelden, Konto eröffnen, registrieren lassen beim
Meldeamt usw. Die Zeit dazwischen nutzten wir immer wieder für einige
Erkundungstouren.
Waren wir doch neugierig, was es noch alles zu sehen gibt.
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| 26.
Juni 2002
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Nun da wir eine vorübergehende Wohnung gefunden hatten, zelebrierten wir an
diesem Abend ein Abschiedsgrillfest von unserem Leben auf
dem Zeltplatz. So ein
historischer Moment musste ja gebührend gefeiert werden. Wir luden unseren
Freund Flosi und seine Tochter Lára zum Grillabend ein. Auch hier spielte das
Wetter mit. Wir nahmen einen Tisch in Beschlag, deckten ihn vornehm mit
Pappteller und Servietten ein und grillten lecker Lammfleisch, Schokobabanen
und Backkartofflen. Dabei wurde gequatscht und an die letzten Wochen zurückgedacht.
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| 27.
Juni 2002
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Nach
38 Tagen im Zelt !! freuten wir uns auf eine Wohnung mit festen Wänden,
weichem Bett und was sonst noch dazugehört. Sie liegt in der Oðinsgata,
mitten in der Altstadt. Sie gehört Martina, einer Reiseleiterin, die im
Sommer eh nur unterwegs ist und daher die Wohnung während dieser Zeit
vermietet. Es war mehr wie ein Gartenhäuschen, sehr klein, aber gemütlich.
War ja auch nur eine Zwischenlösung. Bei Sonnenschein wurde der ersehnte Umzug vom Zeltplatz in die Wohnung
vollzogen. Endlich den Wagen ausgepackt. Nun kommt man mal wieder an
alle Sachen bequem ran. Zur Feier des Tages wurde ein üppiges Mahl gezaubert,
Wein getrunken und wir genossen es einfach, mal wieder an einem Tisch zu sitzen. Ja die
einfachen Dinge des Lebens haben so ihre Qualitäten.
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| 01.
August 2002
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Ulis erster Arbeitstag bei
Baader, einer Firma wo er als Dreher arbeiten wird. Somit haben wir einen Anfang getan. Nun bin ich noch am suchen. Aber
auch das wird sich lösen. Ist erstmal egal was, Hauptsache Arbeit. Ein
Einstieg muss her, alles andere findet sich dann später.
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| 01.
September 2002
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Ja
auch ich bin untergekommen auf dem Arbeitsmarkt. Werde nun erstmal in einem
Hotel, SAS Saga, als Zimmermädchen arbeiten. Nicht der Traumjob, aber besser
als nichts. Dann haben wir auch eine Wohnung gefunden. In der Klapperstigur,
im gleichen Haus wo Flosi wohnt. Wir haben sie erstmal für ein Jahr gemietet.
Sie ist sehr schön, zentral und ausreichend groß. Das gute war, wir konnten
jederzeit durch die Altstadt bummeln. Das Meer war auch gleich am Ende der
Straße. Es nahm so langsam alles immer mehr Form an.
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| 02.
Januar 2003 - Juli 2006
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Die letzten 4 Jahre seit wir Berlin verlassen haben, vergingen wie im Flug
und es hat sich einiges getan. Seit 2.Januar 2003 arbeite ich bei einem
isländischem Reiseveranstalter, der als Incomingagentur fungiert. Hier werden
Reisen organisiert für hauptsächlich deutschsprachige Touristen. Also genau
das, was ich mir erhofft hatte. Uli arbeitet im Sommer immer als Reiseleiter
und den Rest des Jahres als Dreher. Er kann problemlos hin & her wechseln, was ihm
sehr gefällt. Mittlerweile leben wir in einer schönen Wohnung in
Hafnarfjörður, sozusagen Großraum Reykjavik und haben eine kleine Tochter. Da wir uns wirklich
hier in Island sehr wohl fühlen, gibt es vorerst keinen Plan für eine Rückkehr nach
Deutschland :o)
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