Aufbruch in den Norden

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wie alles begann...

Punkt 17:00Uhr hieß es Abschied nehmen von Berlin und auf in ein neues Land. Der Tag auf den wir lange Zeit hingearbeitet hatten, ist nun tatsächlich gekommen. Unser Golfi ist bis auf den letzten Zentimeter beladen und kurz vorm aufsetzen. Doch er rollt Richtung Norden. Wir müssen bis nach Hanstholm im Norden Dänemarks, wo die Fähre nach Island auf uns wartet. Wir hatten ein paar Tage Zeit, konnten somit noch ein, zwei Erholungstage in Dänemark einlegen, die uns nach der ganzen Aufregung der letzten Tage gut taten. Am 19.Mai ging es dann an Bord der Smyrill Line. Knapp 5 Tage brauchte die Fähre, mit Aufenthalt auf den Färöer Inseln, bis nach Island.

Abfahrt in Berlin


Ankunft in Island

Es ist passiert! Wir haben isländischen Boden betreten. Ankunft im Osten Islands, in Seyðisfjörður bei dichtem Nebel. Die Berge und Pässe waren noch von Schnee umgeben. Ein recht kühler Empfang somit. Aber dies sollte sich bald bessern. Da unser Golfi wirklich arg zu kämpfen hatte und ein weiter, beschwerlicher Weg bis Reykjavik vor uns lag beschlossen wir, ein Teil des Gepäcks auf einem Bauernhof hier in der Nähe zwischen zu lagern. So ging es nach Húsey, ca. 60 km von Egilsstaðir entfernt. Es ist auch eine Jugendherberge. Örn, der Besitzer nahm fast die Hälfte unserer Ladung in seinem Keller auf. Wir sollen einfach irgendwann kommen und es abholen. Also kein Zeitdruck. Wir blieben noch 2 Nächte in Húsey und machten mit Örn einen Reitausflug, was riesig Spaß gemacht hat. Wir setzten unsere Fahrt dann über den Norden Islands fort. Da wir nun etwas leichter die Straßen entlang kamen, nutzten wir die  Reise nach Reykjavik, um auch zahlreiche Stops einzulegen. Wo es uns gefiel wurde gezeltet. Wir ließen uns ca. 2 Wochen Zeit und entdeckten dabei wirklich schöne Plätze, die wir uns für weitere Ausflüge vormerkten. So langsam nähern wir uns Reykjavík.

Schnee auf den Pässen   bei Húsey


Reykjavik

Nach 2955 km Fahrt von Berlin ist nun die Hauptstadt Islands erreicht, Reykjavik ! Da wir einfach losfuhren und somit weder Arbeit noch Wohnung hatten, richteten wir uns erstmal für die nächsten Wochen auf dem Zeltplatz häuslich ein. Wir sollten aber reichlich Glück mit dem Wetter haben. Es war ein Monat mit viel Sonne, wenig Regen und sehr warmen Temperaturen. Somit wurde unser Aufenthalt ganz erträglich. Denn immerhin lebten wir die ganzen Wochen nur aus dem Auto. Und das, wo der halbe Haushalt im Golfi steckte. Nun hieß es Wohnung und Arbeit suchen und ein paar Behördengänge erledigen. Bei allen möglichen Ämtern anmelden, Konto eröffnen, registrieren lassen beim Meldeamt usw. Die Zeit dazwischen nutzten wir immer wieder für einige Erkundungstouren. Waren wir doch neugierig, was es noch alles zu sehen gibt. 

unsere Zeltplatzwohnung


Abschiedsgrillfest 

Nun da wir eine vorübergehende Wohnung gefunden hatten, zelebrierten wir an diesem Abend ein Abschiedsgrillfest von unserem Leben auf dem Zeltplatz. So ein historischer Moment musste ja gebührend gefeiert werden. Wir luden unseren Freund Flosi und seine Tochter Lára zum Grillabend ein. Auch hier spielte das Wetter mit. Wir nahmen einen Tisch in Beschlag, deckten ihn vornehm mit Pappteller und Servietten ein und grillten lecker Lammfleisch, Schokobabanen und Backkartofflen. Dabei wurde gequatscht und an die letzten Wochen zurückgedacht.


1. Wohnung

Nach 38 Tagen im Zelt !! freuten wir uns auf eine Wohnung mit festen Wänden, weichem Bett und was sonst noch dazugehört. Sie liegt in der Oðinsgata, mitten in der Altstadt. Sie gehört Martina, einer Reiseleiterin, die im Sommer eh nur unterwegs ist und daher die Wohnung während dieser Zeit vermietet. Es war mehr wie ein Gartenhäuschen, sehr klein, aber gemütlich. War ja auch nur eine Zwischenlösung. Bei Sonnenschein wurde der ersehnte Umzug vom Zeltplatz in die Wohnung vollzogen.  Endlich den Wagen ausgepackt. Nun kommt man mal wieder an alle Sachen bequem ran. Zur Feier des Tages wurde ein üppiges Mahl gezaubert, Wein getrunken und wir genossen es einfach, mal wieder an einem Tisch zu sitzen. Ja die einfachen Dinge des Lebens haben so ihre Qualitäten. 

Häuschen in der Oðinsgata


Arbeit

Ulis erster Arbeitstag bei Baader, einer Firma wo er als Dreher arbeiten wird. Somit haben wir einen Anfang getan. Nun bin ich noch am suchen. Aber auch das wird sich lösen. Ist erstmal egal was, Hauptsache Arbeit. Ein Einstieg muss her, alles andere findet sich dann später.   


Arbeit, Wohnung

Ja auch ich bin untergekommen auf dem Arbeitsmarkt. Werde nun erstmal in einem Hotel, SAS Saga, als Zimmermädchen arbeiten. Nicht der Traumjob, aber besser als nichts. Dann haben wir auch eine Wohnung gefunden. In der Klapperstigur, im gleichen Haus wo Flosi wohnt. Wir haben sie erstmal für ein Jahr gemietet. Sie ist sehr schön, zentral und ausreichend groß. Das gute war, wir konnten jederzeit durch die Altstadt bummeln. Das Meer war auch gleich am Ende der Straße. Es nahm so langsam alles immer mehr Form an. 

Haus in der Klapparstígur


rasante Entwicklung

Die letzten 4 Jahre seit wir Berlin verlassen haben, vergingen wie im Flug und es hat sich einiges getan. Seit 2.Januar 2003 arbeite ich bei einem isländischem Reiseveranstalter, der als Incomingagentur fungiert. Hier werden Reisen organisiert für hauptsächlich deutschsprachige Touristen. Also genau das, was ich mir erhofft hatte. Uli arbeitet im Sommer immer als Reiseleiter und den Rest des Jahres als Dreher. Er kann problemlos hin & her wechseln, was ihm sehr gefällt. Mittlerweile leben wir in einer schönen Wohnung in Hafnarfjörður, sozusagen Großraum Reykjavik und haben eine kleine Tochter. Da wir uns wirklich hier in Island sehr wohl fühlen, gibt es vorerst keinen Plan für eine Rückkehr nach Deutschland :o) 

unsere neue Wohnung, mittlere Etage