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Mývatn

25.12.-29.12.2004

 DIE FAHRT IN DEN NORDEN

Am 25.12. sollte es ganz früh losgehen. Einige Bergpässe waren am Vorabend noch gesperrt. Also warteten wir bis 10:00 da gab´s dann neue Infos vom Straßendienst. Die sagten alles sei wieder frei, also ging die Fahrt los. Knapp 400 km lagen zwischen Reykjavík und dem Mývatn Gebiet. Im Winter braucht man hier dazu so 8-9 Stunden. Die Strassen waren ok, allerdings überall dickes Eis drauf. Gestreut wird hier nicht. Der Schnee wird weggeschoben und mehr nicht.. Daher geht´s nicht schneller als 60kmh im Schnitt. Da Feiertag war hatte gnadenlos alles zu, auch die Tankstellen. Es wurde schon wieder dunkel, da wollten wir nur mal einen kurzen Stop einlegen. Dazu fuhren wir in eine Wegzufahrt raus und stiegen aus und schwups versanken im Schnee. Das Gemeine, die Ausfahrt hatte sich verbreitert, dabei war es aber nur eine Schneeanwehung. Nun hingen wir links in der Luft, der Wagen hatte keinen Gripp und beim Starten schob einen die rechte Seite schön nach links raus. Das hieß Richtung Abhang. Weitere Versuche verschieften nur die Lage. Noch mehr Versuche wagten wir nicht, da wir sonst eventuell umgekippt wären. Zum Glück kam ein Jeep, vollbesetzt mit der ganzen Familie :o) der zog uns raus. Waren erst skeptisch ob es klappt, weil wir dabei gedreht werden mussten. Und hätte der Wagen nicht genug Kraft gehabt wer weiß.. Aber so am Ende alle glücklich. Kurz vorm Ziel mussten wir in Sveinbjarnargerði zwischen übernachten, da der letzte Bergpass, Vikurskarð, gesperrt wurde. Da lag über einen Meter Neuschnee. Sollte am nächsten Morgen geräumt werden. Das Hotel kenne ich zum Glück, so kamen wir glimpflich davon.

Hotel Sveinbjarnargerði

AM MÝVATN

vergrößern Der nächste Tag war schön und wir gelangten zu unserem Ziel. Ca. 30km vom Mývatn See entfernt, in Staðarholl, hatten wir ein kleines Häuschen gemietet. So vielleicht 15-20 qm mit kleinem Herd und Kühlschrank. War ganz gemütlich. Das Wetter wurde immer besser und so hatten wir 3 wunderschöne Tage. Sonne, Wolken, kaum Wind und alles ringsherum weiß, so weit das Auge reichte. Jeden Abend besuchten uns auch noch die Nordlichter. Davor und danach gab´s jede Menge Schneeschauer und Sturm. Tja ein bisschen Glück gehört dazu. Am 27.12. haben wir uns für eine 2 stündige Schneemobiltour angemeldet. Dazu sollte man Kontakt zum Sel Hotel direkt am Mývatn aufnehmen. Das war echt Klasse. Nur der Guide und wir zwei. Der Mývatn See ist zu 90% zugefroren und so ging es eine Stunde kreuz und quer rasant über den See und eine Stunde rauf auf die Heide, wo wir einen tollen Ausblick auf den See genießen konnten. Er sah wir kamen gut mit dem Schlitten zu recht, so durften wir selbst das Tempo bestimmen. Da ging´s dann schon mal bis auf 70 kmh. Mal so einen Winter da oben zu verbringen, muss auch spannend sein. Die gehen ja mit den Dingern sogar einkaufen. Die Scooter machen zwar ganz schön Lärm, aber in der Natur stört´s ja keinen. Sind ja eh keine Tiere da.

Am nächsten Tag sind wir ins Lavalabyrinth von Dimmuborgir (dunklen Burgen)etwas gewandert. Dort führen richtig kleine Wanderwege hindurch. Im Schnee, der sehr tief war, waren sogar Spuren zu sehen. So liefen wir und schon wieder machte es schwups. Diesmal versank ich bis zur Hüfte. Als ich mich so rausstützen wollte, merkte ich mein Fuß klemmt. So rief ich Uli, der kam angerannt und versank auch, zum Glück nur mit einem Bein. Dann sah er hinter mich und meinte nur.. sch... das ist eine Spalte. Tja da hing ich nun in einer Lavaspalte. Nur gestützt von recht pappigen Schnee. Wie erstarrt hingen meine Arme überm Schnee, Uli kam raus und zog mich dann soweit, bis ich selbst nachhelfen konnte. Heiße Quellen bei Námaskarð Dann brach der Schnee weg und ein tiefes Loch lag hinter uns. Wir lagen beide der Länge nach im Schnee. Dann drehten wir uns um und schauten nochmal über den Rand, im liegen allerdings. Also mindestens 2 Meter tief, dann konnte man nichts mehr sehen, weil es stockdunkel da unten war. Huuuu im nachhinein war es dann etwas gruselig. Wer will schon in so einer Spalte festsitzen. Naja so ist es halt im Winter. Ohne Abenteuer hätte man ja auch zu Hause bleiben können ;o) Waren dann noch kurz im Hochtemperaturgebiet bei Námaskarð, was im Winter allerdings nicht ganz so spektakulär aussieht. In den Schlammtöpfen ist zu viel Wasser vom Schnee, somit blubbert es nicht so schön. Dann gibt es ja seit letztem Sommer auch am Mývatn eine kleine Blaue Lagune. Doch die war jetzt enttäuschend. Man gewann den Eindruck, die hatten keine Lust dazu. Das Wasser zu kalt, die Lagune zur Hälfte gesperrt und dunkel. Hätten die irgendwie drauf hinweisen müssen. Naja so saßen wir einfach im Hot Pot und genossen dennoch die schöne Zeit. Jeden Abend, wenn wir vom Ausflug zurückkamen in unser kleines Häuschen, gab´s leckeren Glühwein. Die Zeremonie hat uns gut gefallen. Am 29.12. machten wir uns dann auf die Heimreise nach Reykjavík. Denn Sylvester wollten wir in der Stadt verbringen. Nach neun Stunden Fahrt, mit vielen Schneestürmen auf den Pässen, (die Sicht reichte streckenweise keine 5 Meter, die reinste Blindfahrt), kamen wir gegen Abend zu Hause an. Am Ende können wir sagen, es war ein spannender, erlebnisreicher Winterausflug mit ausreichend Schnee. So wie wir es uns gewünscht hatten.

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