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06.07. - 12.07.2000

 WCT - der Tag vor dem Start

Nachdem wir fast eine Woche in Vancouver verbracht hatten, kamen wir nun mit der Fähre von Vancouver rüber nach Victoria, die "Hauptstadt" von Vancouver Island. Per Bus dann weiter nach Port Alberni. Man sagt es sei die Lachshauptstadt, aber davon spürte man so nicht viel. Von hier aus ging es dann mit dem "West Coast Trail Express" nach Bamfield unserem Startpunkt.  Wir riefen bei dem Busunternehmen an und dann stand am nächsten Morgen der Kleinbus wie verabredet da. Noch 2 Wanderer waren an Bord. John der Fahrer brachte uns bis zum Registrationsgebäude (so 8 km ausserhalb von dem kleinen Ort. Hier bekamen wir dann eine kurze Einweisung für die Tour auf dem WCT, wie z.B. Umgang mit dem Gezeitenkalender, Vorsicht bei Bären und Pumas, Besonderheiten und Gefahren und was zu tun ist bei Verletzung usw. Ausserdem sahen wir schonmal unsere Wegbegleiter. Eine grosse Familie aus Edmonton (alle Generationen) und ein paar Amerikaner. John fuhr uns anschließend in den kleinen Fischerort Bamfield, wo wir ein letztes Mal ein bequemes Quartier bezogen, bevor wir den Trail in Angriff nehmen. Die letzten Dinge noch im kleinen Shop besorgt und dann stieg die Aufregung. Endlich soll es morgen losgehen! Wir sind gespannt. 

Vancouver

 1. Etappe  Bamfield - Tsocowis Creek 
 Tag:   06.Juli
 Länge: 16 km
 Zeit:  07:40 h 
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Nach langem Warten konnten wir nun endlich den West Coast Trail erkunden. Die ersten Schritte sind leider immer etwas anstrengend. Man muss sich erstmal wieder an den Rucksack gewöhnen. Doch die großartige Landschaft und das schöne Wetter (die Vorhersage ließ auf sonnige Tage hoffen) machte es zu einem wahren Erlebnis. Küstenstreifen Mit uns startete heute noch eine Familie mit 7 Canadiern und 4 Amerikaner. Während der nächsten 6 Tage trafen wir uns immer mal wieder, unterwegs oder beim Camp. Als Tagesziel hatten wir Tsocowis Creek eingeplant. Wir wollten nicht einen Geschwindigkeitsrekord brechen, sondern die Wanderung und die Eindrücke genießen. Der Weg führte uns durch dichten nordischen Regenwald, mit großen moosbewachsenen Bäumen, meterhohen Farnen und wunderschönen Stränden. Der Weg am Strand entlang brachte uns die erste Walbeobachtung. Man hörte das Prustern der Wale und sah die Wasserfontainen. Sie schienen nicht weit weg vom Strand zu sein. Wir nutzten dies gleich zu einer Pause mit kleiner Stärkung. Weiter am Strand entlang, kamen wir langsam vorwärts, da wir uns ständig nach Muscheln und Seeigeln umguckten. Dazu war traumhaft schönes Wetter. In Tsocowis Creek angekommen, mussten wir feststellen, dass wir die Einzigen hier waren. Was natürlich toll war. Nach unserem Abendmahl kamen unsere täglichen Pflichten. Wasserfiltern und unsere Verpflegung in sicherer Höhe vor Bären verstecken. Diese 2 Dinge sollte man möglichst nicht vergessen. Nun suchten wir uns etwas Treibholz zusammen und genossen den Abend im warmen Schein des Lagerfeuers. Irgendwann krochen wir ins Zelt und versuchten zu schlafen. Doch die vielen neuen Geräusche und das Wissen um Bären usw. machte uns die erste Nacht, zu einer recht kurzen Nacht. 

 2. Etappe Tsocowis Creek - Tsusiat Falls
 Tag:   07.Juli
 Länge: 9 km
 Zeit: 04:30 h 
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im Dickicht

Wieder schien die Sonne. Da macht natürlich die ganze Wanderung noch mehr Spaß. Las man doch im Vorfeld, wie oft dieses Gebiet von Regenschauern betroffen ist.  Morgens brauchten wir immer so 2 Stunden, bis wir endlich starteten. Es wurde gemütlich gefrühstückt, Wasser gefiltert für den Tag, Zelt abgebaut und alles wieder im Rucksack verstaut. Meist waren wir die Letzten, die aufbrachen. Aber wir hatten ja auch Zeit. Wieder nahm uns heute größtenteils der Regenwald gefangen. Nach ein paar Kilometern ging es dann weiter an der Küste entlang. Einige Wale hielten sich ca. 100m vor der Küste auf und begleiteten uns auf unserem Weg. Bei Kilometer 23 erreichten wir den Klanawa River, wo das erste Cable Car auf uns wartete. Es sah schon spannend aus, zumal man nicht wusste, was die Gondel so aushält. Aber was soll´s. Es gibt keinen anderen Weg über den Fluss. Eine hohe Leiter führte hinauf zur Plattform. Zu zweit hinein (mit den Rucksäcken) in die Gondel und dann einfach lossausen. Das letzte Drittel muss man sich dann am Zugseil eigenhändig bis zur anderen Plattform hochziehen. Ganz schön anstrengend und spannend, aber ein Riesenspaß. Den Campplatz bei Tsusiat Falls, idyllisch am Wasserfall gelegen, erreichten wir über den Abstieg von 3 hohen Leitern. Doch so schlimm sind die nicht. Auf der weiteren Tour sollten noch etliche Leiter folgen. Sie machen es möglich die steilen Schluchten, zu überwinden. Der heutige Abend ist wieder sonnig, doch etwas windig. Unser tägliches Bad im Pazifik (so 6°C), ließen wir uns aber nicht nehmen. Danach fühlten wir uns immer frisch und gestärkt für den nächsten Tag. Nach dem Bad gab´s Kaffee mit Schokoriegel. Indem wir Holz für unser Lagerfeuer sammelten, klaute ein frecher Rabe einen von unseren Schokoriegel. Das ist schon ein harter Verlust!!! Naja wir entspannten am Feuer und ließen unsere Etappe ausklingen. Diese Nacht waren auch einige andere hier und wir konnten prächtig schlafen.  

 3. Etappe Tsusiat Falls - Cribbs Creek
 Tag:   08.Juli
 Länge: 16 km
 Zeit:  08:10 h 
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Die heutige Etappe sollte wieder etwas länger werden. Zu Beginn geht es am Strand entlang, was immer recht mühselig ist, weil man tief in den Sand einsackt. Ansonsten ist es super am Strand. Den Regenwald zur linken, das Meer zur rechten, dazu reichlich viel Sonne. Was will man mehr. Irgendwann führte uns der Weg wieder hinein in den Regenwald. Er erscheint uns immer wieder anders in seiner Form, den Farben und den Stimmungen. Auch der Weg änderte oft sein Gesicht. Sumpfähnliche Abschnitte, Wurzeln, rutschige Baumstämme die es zu überqueren galt, kaputte Leitern und kilometerlange Boardwalks (die für uns die reinste Autobahn waren). Wir erreichten den Nitinat Lake. In diesem Gebiet befindet sich ein Indianerreservat. Durch diese Indianer ist es uns möglich, hinüber zu gelangen. Aufgrund der starken Gezeitenströmungen ist selbst die Fahrt mit dem Boot nicht ganz ungefährlich.  So warteten wir einfach am Ufer und irgendwann tauchte ein kleines Motorboot auf und brachte uns hinüber auf die andere Seite. Zu unserer Freude verkauften die Indianer eisgekühlte Getränke. War mal wieder was anderes als nur Wasser. Voller neuer Energie ging es weiter Richtung Cribbs Creek. Dort trafen sich alle wieder, bis auf die 4 Amerikaner, wir waren nicht sicher ob sie aufhörten oder ihr Lager früher aufgeschlagen hatten. Sie hatten einige Kniebeschwerden am Vortag. Das Wetter ist jetzt wolkig, aber kein Regen. Es gibt Augenblicke da denkt man es nieselt, dabei ist es nur die extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Das Zelt ist morgens immer klatschnass, aber nur von der Luftfeuchtigkeit. Wir sind jedenfalls zufrieden mit unserem bisherigen Wetter. Das schöne an den Strandabenden ist das allabendliche Feuer. Die Wärme und die Stimmung sind einfach die reinste Erholung nach so einem Tag. Romatischer kann so ein anstrengender Tag nicht ausklingen. Gegen 22 Uhr verschwinden wir meistens im Zelt. Die Etappen machen sich doch bemerkbar. 

Lagerfeuer

 4. Etappe Cribbs Creek - Walbran Creek
 Tag:   09.Juli
 Länge: 12 km
 Zeit:  07:20 h 
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Zuerst ging es ca. 3km im Regenwald entlang bis Carmanah Point. Dort steht ein Leuchtturm, von wo aus man einen Seelöwenfelsen anschauen konnte, mit an die 100 Tiere. Die nächsten 8 km ging es fast ausschließlich am Strand entlang, was nicht unbedingt leichter sein sollte. Weicher Kies machte das Laufen sehr mühsam. Doch kurz nachdem man aus dem Wald zum Strand über einige Leitern herauskommt, entdeckt man in einiger Entfernung eine kleine einfache Bude. Von dort kam ein herrlicher Duft daher. Indianer aus diesem Gebiet nutzten die Gelegenheit und zauberten in dieser Hütte prächtig schmeckende Hamburger für "nur 6 Dollar" das Stück. Aber wen interessiert der Preis in solch einer Situation. Nach Müsliriegeln, Wasser und rationiertem Abendessen schafft es niemand der dort vorbeikommt, dieser Versuchung zu wiederstehen. An dieser Bude trafen wir 2 Amerikanerinnen, Mutter und Tochter. Tochter so um die 40  und Muttern so um die 70. Mit dickem Rucksack und Basecap ging es zügig weiter. Diese Schinderei in dem Alter, ist schon toll. Wir saßen so in der Sonne, aßen unsere superleckeren Hamburger, tranken eiskalte Cola dazu und genossen einfach die Pause.  Cable Car Nach dieser unverhofft üppigen Mahlzeit liefen wir frohen Gemüts weiter am Strand entlang. Wir hielten Ausschau nach Muscheln und Seeigeln und hörten den Grauwalen draussen auf dem Meer zu. Kurz vorm Ziel noch ein Cable Car, wo wir uns noch einmal austoben konnten. Obwohl das raufziehen schon recht anstrengend ist. Eigentlich wollten wir erst noch weiter, doch der Platz ist hier so schön, das wir beschlossen, hier unser Lager aufzuschlagen. Trotz der geringen Wassertemperatur und fehlender Sonne hopsten wir ins kalte Nass. Erfrischt freuten wir uns auf ein kulinarisches Highlight unserer Campingküche. Bannock - Teigfladen die auf heißen Steinen gebacken werden sollen. Naja wir zogen die Pfanne vor und sie schmeckten uns recht gut. Der Duft zog durchs Camp und alle kamen mal vorbeigelaufen um zu sehen, was es so leckeres bei uns gab. Dazu probierten wir Rührei aus der Tüte, was man nicht unbedingt haben muss. Aber mit so hungrigem Magen aßen wir es dennoch auf. Als es dunkel war, liefen wir noch ein wenig am Meer entlang. Von einiger Entfernung aus konnte man die Dimension der Natur sehr gut erkennen. Silhuettenhaft sah man die riesigen Wälder im Hintergrund und davor die winzigen Feuerchen von uns Wanderern. Im Rauschen der Brandung schliefen wir schnell und fest ein.

 5. Etappe Walbran Creek - Camper Creek
 Tag:   10.Juli
 Länge: 9 km
 Zeit:  07:15 h 
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durchs Sumpfgebiet

Da dieser Tag der 10.Juli war, hatte ich Geburtstag und dazu auch noch den 30. Es war einfach ein tolles Geschenk, das wir ihn einfach hier zusammen feiern konnten. Uli hat mir ein schönes Geburtstagsüberraschungsfrühstück gezaubert. Doch konnten wir uns keinen Ruhetag erlauben, denn noch 3 Etappen standen bevor. Der Trail zeigte sich heute von seiner sehr urwüchsigen und hindernisreichen Seite. Unzählige Wurzeln, zu überquerende rutschige Baumstämme, Schlamm ohne Ende, so zog sich der heutige Teil durch ein großes Moorgebiet. Zahlreiche Leitern spickten am Ende den Weg. Ein richtiger Hindernislauf. Dies ließ uns nur langsam vorankommen (so 2 km/h). Am Logan Creek erwischte es uns voll. 7 Leitern hintereinander hinab, dann über eine sehr lange Hängebrücke, der Suspension Bridge, und anschließend gleich wieder 8 steile Leitern hintereinander hinauf. Alles in schwindelerregender Höhe. Doch meisterten wir diese Hindernisse ohne Probleme. Unser Treppentraining in Berlin zahlte sich hier echt aus. Wichtig ist, das man sich konzentriert auf die Leitern begibt. Auf unseren ganzen Wanderungen haben wir es uns angewöhnt, ca. alle 2 Stunden eine kurze Pause zu machen, dabei einen kleinen Snack zu uns zu nehmen und etwas zu trinken. So bleibt man fit bei einem langen Marsch. Im Camper Creek angekommen, sitzen wir am Feuer, trocknen Sachen, trinken Geburtstagsrum, gehen Baden und lassen den Tag ausklingen. 

 6. Etappe Camper Creek - Trasher Cove
 Tag:   11.Juli
 Länge: 8 km
 Zeit:  06:00 h 
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Es beginnt die vorletzte Etappe vom West Coast Trail. 8 km stehen uns bevor, wovon wir die Hälfte am Strand absolvieren wollen. Wie schon so oft, geht es anfangs einige Leitern hinauf. Es folgten ein paar Sumpflöcher und bald darauf erreichten wir wieder den Strand. Die Sonne drängelte sich nun auch durch die Wolkendecke hindurch. Um den folgenden Streckenabschnitt passieren zu können, muss absolute Ebbe sein. rauhe Küste Mit Hilfe des Gezeitenkalenders konnten wir ersehen, wann der Punkt erreicht ist. Eine kleine Pause kam uns auch gelegen, Zeit um Fotos zu machen und sich etwas zu stärken. Dann begann der Weg auf felsigem Untergrund, wo sich bei Flut das Meer befindet. Der Zugang von dort zum Hinterland ist ausgeschlossen. Zu verwachsen und steil. Somit ist es schon etwas prickelig, dort entlang zu laufen. Irgendwie denkt man ständig, hoffentlich kommt das Wasser nicht jetzt schon zurück. So ein Quatsch, aber naja. Gleich zu Beginn machte ich einen mächtigen Satz. Der Weg war zwar eben, aber rutschig wie Schmierseife, durch die ganzen Algen. Aber es ist nichts schlimmes passiert, nur ein paar Schrammen. Es sollten noch einige Hindernisse folgen. Am beeindruckendsten waren die sogenannten "surge channels", tief in den Felsenuntergrund geschnittene Brandungskanäle. Die waren tief und eng und das Meerwasser schoss dort rein und raus und das begleitet von einer kräftigen Strömung. Dann sahen wir auf einmal einen winzigen Baumstamm über diesen Kanal und ich dachte nur, nein da gehe ich auf keinen Fall hinüber. Sah mich schon hineinstürzen und weit auf dem Ozean hinaustreiben. Wir suchten die Küste nach einem Zugang ab, um so diesen Kanal zu umgehen. Etwas schwierig, aber wir zwangen uns mit den Rucksäcken durchs Gestrüpp. Puhh da waren wir erleichtert. Das Wetter meinte es weiterhin sehr gut mit uns und die Sonne begleitete uns den gesamten Tag über. Nun begann die reinste Felsenkletterei am Strand entlang. Nach ein paar akrobatischen Übungen erreichten wir eine kleine Landnase, namens Owen Point. Beim tiefsten Ebbestand muss man noch durch seichtes Wasser hindurch. Als wir ins Wasser gingen erkannten wir eine kleine Höhle, die nur bei Ebbe sichtbar ist und ansonsten mit Wasser gefüllt ist.  Bevor wir unser letztes Camp erreichten, noch ein paar Felsen und dann war das Größte geschafft. Unser Endziel, Port Renfrew, konnten wir schon in der Ferne erkennen. Nachdem das Zelt stand, gingen wir baden und sonnten unsere müden Knochen. Auf einmal zog ein kalter Wind durchs Camp und wir verkrochen uns erstmal ins Zelt, zum Aufwärmen. Ein bisschen dösten wir dahin, doch der Hunger weckte uns schließlich. Unser letztes Abendmahl auf dem West Coast Trail. Irgendwie waren wir froh, dass wir es so gut geschafft hatten, doch irgendwie war es auch etwas traurig das es vorbei ist. So entzündeten wir unser letztes Lagerfeuer und blickten auf die vergangenen Tage zurück. Das Lagerfeuer war immer ein toller Tagesausklang, doch irgendwie konnten wir es jetzt nicht mehr riechen. Die gesamten Klamotten hatten den Geruch von kalten Rauch angenommen und das war jetzt etwas, was man nicht mehr riechen konnte. Wir plauderten noch kurz mit der Großfamilie aus Edmonton und waren alle etwas stolz auf diese Tour.

qualmende Socken

 7. Etappe Trasher Cove - Port Renfrew
 Tag:   12.Juli
 Länge: 6 km
 Zeit:  04:00 h 
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Der West Coast Trail geht nun so langsam zu Ende. Wir genossen unser Frühstück umso mehr und waren wie immer die letzten, die aufbrachen. Gleich zu Beginn ging es noch einmal viele Leitern nach oben, weiter durch Wurzelgeflecht und sumpfige Löcher. Alles war heute etwas mühsamer. Vielleicht weil man wusste es ist gleich geschafft oder die Tour machte sich nun doch bemerkbar. Doch wir wollten nicht, dass auf der letzten Etappe noch ein Fehltritt erfolgt. Also konzentriert weiter. Auf unserem Weg sah man mehrere Zeichen, dass Bären in der Gegend unterwegs sind. Doch sah man sie nie. Wenn man etwas Geräusche verbreitet, dann verkrümeln sie sich. Nur überrascht können sie gefährlich sein. Wir hatten eine kleine Glocke am Rucksack befestigt (eine Bärenglocke, gabs auf der Fähre). Leiterkombination Störte uns nicht und die Bären wussten immer Bescheid. Ist ein Tipp von den Park Rangern, der sich bewährt hat. Nun veränderte sich auch der Wald, die Bäume wurden wieder viel kleiner. Doch der Weg war derselbe. Immer auf und ab, Wurzeln hier und dort. Nach genau 4 Stunden passierten wir Kilometer 75 und somit das Ende des West Coast Trails. Uns kamen die ersten Einsteiger entgegen und man fühlte sich etwas stolz es geschafft zu haben. Am Wegende kommt das Meer und Port Renfrew ist auf der anderen Seite. So soll man als Zeichen einen roten Ball nach oben ziehen, damit sie auf der anderen Seite sehen, sie sollen einen mit dem Boot rüberholen. Nach kurzer Wartezeit kam dies auch. Wir begaben uns als erstes in das Rangerhaus und meldeten uns ab (unbedingt tun, sonst schicken sie Suchtrupps los). Im Ort gab es extra für die Wanderer ein Duschhaus. Man war das ein Genuss, heißes Wasser zu spüren. Dann die letzten frischen Sachen angezogen und wir fühlten uns wie neu. In einem kleinen Restaurant gönnten wir uns ein leckeres Lachsessen. Dann kam unser West Coast Trail Express und brachte uns nach Victoria zurück. Wieder saß John am Steuer und er freute sich sichtlich, uns wohlerhalten wiederzusehen. Dort trafen wir 2 Stunden später ein und bezogen ein Zimmer im Ocean Beach Backpackers Inn. Ein weiches Bett, heiße Duschen und frische Kirschen. Das war unser erster Abend wieder in Zivilisation. Bald schliefen wir weichgebettet ein und träumten von unserem Abenteuer West Coast Trail.

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